Spezial Event mit Claudia Stahel

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HOTSPOT CHINA
SRF-Korrespondentin Claudia Stahel begeistert mit Vortrag

Langenthal, 27. Juni 2022. Gute Geschichten sind das A und O für eine gelungene Kommunikation. Doch was tun, wenn die Rahmenbedingungen es fast unmöglich machen, sie zu erzählen? Für China-Korrespondentin Claudia Stahel ist genau das der Alltag. Am 27. Juni gab sie in Langenthal den rund 50 Mitgliedern und Gästen vom Headline Kommunikationsclub Mittelland Einblick in ihren Arbeitsalltag in China und sie erzählte, wie es ihr trotz manchmal widriger Umstände immer wieder gelingt, spannende Berichte fürs Fernsehen zu realisieren.

Ihr Gesicht ist vielen bekannt: Claudia Stahel ist seit 2015 beim Schweizer Radio und Fernsehen tätig, seit Juli 2019 als TV-Korrespondentin in China. In dieser Zeit hat sich vieles verändert und in China ganz besonders. Headline nutzte die Gelegenheit, dass die versierte TV-Journalistin in der Schweiz weilt, für einen Spezialanlass mit ihr, in dessen Rahmen sie die Teilnehmenden hinter die Kulissen blicken liess mit konkreten Beispielen in Form von Erzählungen und Videosequenzen.

Leben und arbeiten zwischen Zensur und Lockdown
Als TV-Journalistin ist Claudia Stahel besonders im Visier der chinesischen Behörden. Auf dem Papier sei sie relativ frei in der Berichterstattung. Die Realität sehe jedoch anders aus. Offiziell brauche sie bei Interviews nur das vorherige Einverständnis der befragten Personen. In der Praxis jedoch würden teilweise die Interviewpartnerinnen und -partner unter Druck gesetzt, die Einwilligung zurückzuziehen. Die Liste der Tabuthemen sei lang und werde ständig länger. Auf der Liste der Pressefreiheit, die 180 Plätze hat, liegt China auf Platz 175. Während Dreharbeiten werden die Journalistin und ihr Team zum Teil beobachtet und gefilmt und es kann passieren, dass danach Dreh-Verbote ausgesprochen werden oder die Leute, ob all der eintreffenden Vertreter von Polizei und Behörden so eingeschüchtert sind, dass sie nicht mehr vor die Kamera stehen wollen.

Rege Fragerunde und persönliche Einblicke
«Das war so interessant, ich hätte noch lange zuhören mögen» und «dieses Referat hat meinen Blick auf China verändert» waren nur zwei Aussagen, die im Nachgang von beeindruckten Teilnehmenden zu hören waren. Viele nutzten die Gelegenheit, bei der Fragerunde und beim anschliessenden Apéro Claudia Stahel persönlich Fragen zu stellen, um noch mehr zu erfahren, wie beispielsweise, dass die Pandemie, zwar den Arbeitsalltag der Journalistin viel schwieriger gemacht hat, sie aber gleichzeitig dadurch dem Land und den Leuten viel nähergekommen ist, als in der Zeit zuvor. Geblieben ist in vielen Köpfen ihre Schlussaussage: «Trotz aller Schwierigkeiten ist es für mich ein grosses Privileg, China-Korrespondentin zu sein. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt und in mein Herz geschlossen.»